Vergesst eure Begrenzungen

Devotee: Habe ich es richtig verstanden, dass du gesagt hast, um das Potential unseres visionären Auges zu erkennen, müssen wir zuerst das Potential, das unseren Sinnen innewohnt, entdecken?

Guru: Ja.

Devotee: Was bedeutet das?

Guru: Das heisst, im Moment betrachtet ihr eure Sinneswahrnehmungen und erlaubt ihnen auf sehr oberflächliche Weise, Anforderungen an euch zu stellen. Diese Oberflächlichkeit müsst ihr überwinden. Wenn ich euch betrachte, kann ich meine Augen dafür verwenden, tief in euch hinein zu schauen. Auf die gleiche Weise kann ich, wenn ich meinen Finger auf eurer drittes Auge lege, direkt in euch hinein gehen. Wenn ich das tue, sind meine Augen geschlossen, aber ich kann ganz klar sehen. Mein visionäres Auge ist viel stärker als meine gewöhnlichen Augen. Meine gewöhnlichen Augen sind schlecht. Ich kann nichts sehen, ich brauche eine Brille. Aber ich kann meine Augen schliessen und hingehen, wohin ich möchte und sehen, was immer ich sehen möchte, viel klarer als durch meine gewöhnlichen Augen.

Devotee:  Wie können wir das üben?

Guru: Wie ihr das Üben könnt? Als Mensch tragt ihr die Kraft der Wahrnehmung in euch. Was hat euch davon abgebracht, diese Kraft zu nutzen? Es ist eure oberflächliche Involviertheit in Mahamaya, in die Welt der Illusion. Mit anderen Worten, Ihr gebt dem mehr Glaubwürdigkeit, was an der Oberfläche ist, als dem, was von viel grösserem Wert ist. Ihr nutzt eure Augen nicht. Wenn ihr einen anderen Menschen betrachtet, dann schaut ihr als erstes auf die äussere Erscheinung, das Verhalten und die Manieren der Person.

Ihr betrachtet nur die Oberfläche und haltet nicht mal einen Moment inne, um in Betracht zu ziehen, was diese Person für eine Art Mensch ist und welche Vibrationen sie aussendet. Ihr geht nach Hause und sagt: “Meine Güte, Ich hab den und den getroffen und irgendwie hab ich so ein Gefühl in mir, das nicht zu dem passt, was die Person mir von sich präsentiert hat. Ich hab das Gefühl, da stimmt was nicht. Was ist das für ein Gefühl?” Was sich da zeigt, sind die Impulse, die der andere in eurem Gehirn hinterlassen hat. Nun hattet ihr die Zeit, diese zu analysieren und zu verstehen. Ihr müsst dem Zeit geben. Zeit ist essenziell, um die Vibrationen zu verstehen, die konstant auf euch einwirken, wenn ihr mit anderen Menschen interagiert.

Es geht nicht darum, nur die Oberfläche zu verstehen. Ich schaue kaum auf die physische Erscheinung einer Person. Ich schaue tief hinein, nicht nur mit meinen Augen sondern auch mit meiner erhobenen Hand. Ich kann jeden Impuls, den die Person aussendet, fühlen, was mir eine Idee davon verschafft, wieviel Kraft sie hat. Ich kann fühlen, ob sie eher entkräftet ist, oder ob sie viel Shakti in sich hat. 

Ihr wisst, wenn ihr euch spirituell entwickeln wollt, müsst ihr all eure Kraft und Energie konservieren. Wenn ich also zu einer Person hingehe, dann fahre ich meine Antennen aus und fühle die Impulse, welche die Struktur der Person erzeugen. Das gibt mir ein Verstehen. Ich benutze nicht nur meinen Intellekt, sondern auch mein geistiges Auge, und ich kann diese Impulse mit all meinen Sinnen wahrnehmen. Wenn ich eine Person wahrnehmen will, so kann ich das auch aus der Ferne, ohne die Person zu sehen oder zu berühren. 

Zu einigen Menschen schaue ich jeden Tag, betrachte sie in meinem Geist und gebe ihnen aus der Ferne Shakti, nehme die göttliche Energie und gebe sie weiter an diese Menschen, sodass sie mit der göttlichen Gnade weiter leben können. 

Übersteigt eure kopfgemachten Begrenzungen

Warum nicht auch ihr? Ihr habt die Kraft in euch, das zu tun. Vergesst eure Begrenzungen, lasst sie hinter euch, es gibt sie nicht. Sie sind nur da weil ihr sie euch selbst auferlegt habt. Ja sie sind da, aber geht über diese Begrenzungen hinaus. Das Gehirn hat immense Kraft. Ihr habt noch nicht mal angefangen, seine Kraft zu erkunden. Im Moment nutzt ihr nur einen sehr kleinen Teil eures Gehirns, und ich will den Staub rausschütteln, so dass es gut funktionieren kann und ihr eure innere Kraft spüren könnt. Dann werdet ihr anfangen, mit eurem Geist Shakti weiterzugeben. 

Devotee: Kannst du diesen Prozess nicht ein wenig beschleunigen? 

Guru: Ich muss euch beibringen loszulassen. Das ist das allerwichtigste. Habt all die schönen Dinge des Lebens, aber seid nicht mit ihnen verhaftet. Lasst euch von ihnen nicht gefangen nehmen. Lasst nicht zu, dass sie euch ablenken. Geniesst sie, aber lasst sie nicht euer Leben dominieren. Denn sie sind nicht wichtig.

Es gibt ein höheres Selbst und eine niedere Natur. Ich spreche mit zwei Menschen. Mit der Dualität in euch. Die höhere Natur will ich in diesem Drama hervorholen. In Wahrheit sind da zwei Personen. Du kannst den einen Teil, der ständig Anforderungen an den anderen stellt, welcher sich wiederum erhofft, von eben diesem Teil entdeckt zu werden, nicht vom anderen isolieren. Das ist eben die Aufgabe. Dieses Drama wohnt der menschlichen Existenz inne und das ist es, was ich von euch will.

Haltet euch nicht mit den Missgeschicken des Lebens auf, denn sonst gebt ihr der Negativität nur mehr Kraft.

Wisst ihr, ich muss euch etwas Lustiges erzählen. Sobald mir jemand Hallo sagt, denkt er bei sich. “Oh mein Gott, Guru weiss alles über mich.” Meine Aufgabe ist nicht zu betrachten, was ihr in der Vergangenheit für einen Blödsinn gemacht habt, sondern wie ich euch dazu anregen kann, positiver anstatt negativer zu denken. Etwas anderes interessiert mich nicht. 

Findet mir jemanden, der so gut ist, dass er zu mir kommt und sagt: “Guru, nun bin ich göttlich.” Da würde ich herzlich lachen. Ich liebe meine ungezogene Familie. Je ungezogener desto besser. Denn diese Leute haben die Kraft in sich, ungezogen zu sein, und mit dieser Kraft kann ich ihr Leben verändern. Wenn sie anfangen vorzugeben, gut zu sein und heilig durch die Gegend laufen, dann denke ich bei mir: “Oh Gott, hier kommt ein Problem.”

Denn sie sind künstlich. Sie sind nicht authentisch. Schaut euch Jesus’ Leben an: Er hat sich nicht mit heiligen Leuten umgeben. Er hat sich zwölf Fischer ausgesucht. Deren Manieren sind nicht besonders fein, sie sind rau. Jesus hat sich aber diese Gesellschaft ausgesucht. Er hat sich diese Gesellschaft ausgesucht, so wie ich euch aus diesem Grund ausgesucht habe.

Ihr sitzt hier alle so schön und bietet mir ein perfektes Bild. Ich glaube nichts von all dem, was ihr mir präsentiert, denn ich sehe euch so, wie ihr seid. Mit dieser Form die die Leute mir präsentieren kann ich arbeiten. Ich kann ihnen dabei helfen ihre Göttlichkeit zu entwickeln. Durch all die Niederungen der Erfahrungen, die sie auf ihrem machen. Was kann ich für jemanden tun, der so tut als wäre er schon heilig? Ich kann ihm nicht helfen. Es gibt da keinen Raum für mich. Ich schaue nach den Leuten, die mit aller Kraft versuchen, ihre Göttlichkeit zu entdecken, mit ihnen kann ich arbeiten. Ich kann sagen: “Komm schon, lass uns deine Grundhaltung verändern. Lass uns an deinem Leben arbeiten, sodass Schönheit und Liebe in ihm sichtbar werden.”

Das ist echte Meditation – du wirst dann ein guter Bogenschütze mit Pfeil und Bogen. Dein Bogen ist die Vibration deiner Stimme und dein Pfeil ist dein Geist. Du lernst, den Bogen so zu spannen, dass du den Pfeil direkt zum Göttlichen senden kannst. Nicht um die Ecke, sondern geradeaus, sodass diese Energie zurück in deine Richtung fliessen kann.  

Um deine Spiritualität zu entwickeln brauchst du Geduld

Dafür sind Meditation und Kontemplation für jeden einzelnen wichtig. Selbstbeherrschung. Das gelingt nicht über Nacht. Wenn euch jemand ein Geheimrezept verspricht, dass ihr über Nacht nur durch ein Mantra und einen Schubs plötzlich wahnsinnig spirituell werdet, dann würde ich kein Wort davon glauben. 

Ich habe bis jetzt noch niemanden getroffen, der durch so ein Geheimrezept die Erleuchtung erlangt hätte. Auf die Art kannst du Gott nicht zu dir bringen. Vergesst es. Nur durch Liebe und Hingabe. Nur durch Selbstlosigkeit und Aktivität. Dient Gott in eurem Leben. Darum geht es beim Karma Yoga.

Wir haben getötet und Verletzungen erzeugt, gelogen und gestohlen, durch viele Lebenszyklen. Wir haben in anderen Welten gelebt, und ich verspreche euch, ihr seid priviligiert, nun hier zu sein, in einer neuen Reise des Bewustseins, indem ihr euch spirituell weiterentwickeln und das in euch schlummernde Potential entdecken könnt. Aber seid realistisch, in euch schlummert ein Tiger. Der unkontrollierte Tiger des Verlangens. Der unkontrollierte Tiger, der euch von Wiedergeburt zu Wiedergeburt folgt. Und wenn ihr dann gerade denkt, dass ihr euch jetzt beieinander habt und alles super ist und ihr in dieser Woge treibt und sagt. “Ich kann jetzt Meditieren und hab alles im Griff. “Seid gewarnt!

Sobald du dir selbst sagst dass du alles im Griff hast, dann bist du echt in Schwierigkeiten, denn dann kommt dieses kleine Äffchen in dir hervor und sagt: “Komm schon, nur das eine Mal, brich die Regeln! Verlasse deine Routine.” Und das wirst du dann tun. Es ist in Ordnung, die Disziplin schleifen zu lassen, aber du musst die Festigkeit und Überzeugung aufbringen, zu ihr zurück zu kehren. Das ist das Wichtigste überhaupt. Ich werde euch kontinuierlich unterstützen. Ich werde euch all die Kraft und Shakti zukommen lassen, die ihr braucht, um den Wiederständen entgegenzutreten, die euch im Leben begegnen werden. Ich werde nicht aufhören, euch zu helfen, bis ihr eure Göttlichkeit entdeckt habt.


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