Die Wichtigkeit von Toleranz und Verständnis

Devotee: Warum beten wir nur zur göttlichen Mutter als Gruppe, und nicht auch zum göttlichen Vater, schon zum Vater, aber die allermeiste Zeit doch zur göttlichen Mutter? Ist die göttliche Mutter hilfreicher für uns in dieser Zeit, also der Aspekt der göttlichen Mutter, oder warum, warum ist es so? 

Guru: Kannst du dir bitte vorstellen, du hättest ein Problem?

Devotee: Ja, gerne.

Guru: An wen würdest du dich mit dem Problem wenden?

Devotee: An den Vater, nein doch zur Mutter, ja, ja, richtig!

Guru: Denn die Mutter hat dich in ihrem Bauch getragen, und da ist die Nabelschnur, die auch wenn sie durchtrennt wurde, eine spezielle Bindung hinterlässt, denn sie hat dich auf die Welt gebracht. Und der Vater, schön, er ist ein Banker, und er kann dich mit allen Mitteln versorgen, aber dennoch, wenn du ein ernstes Problem hast, rennst du zur Mutter und sagst. „Mama, hier bin ich, ich bin in schrecklichen Schwierigkeiten, bitte hilf mir.“ Und gleichzeitig sollst du aber nicht den männlichen Aspekt vergessen, der ein Teil der Dualität in uns ist. Du denkst, du wärest Mann oder Frau, aber ihr seid Dualitäten.

Eine gute Balance zwischen den männlichen und weiblichen Anteilen in uns ist wichtig

Du hast beide Seiten in dir, eine gute Balance daraus ermöglicht es dir, sanftmütig zu sein. Könntet ihr euch einen Mann vorstellen, der ausschliesslich und total, also zu neunzig Prozent, Mann ist?  Ihr würdet es hassen, ihn zu betrachten, denn er hätte ein so grobschlächtiges Benehmen. Nur weil die Balance zwischen einem Mann und einer Frau verfeinert ist, können sie miteinander umgehen.

Dasselbe ist der Fall, wenn eine Frau sich komplett mit der Totalität des Mannes in ihr identifiziert und mit langen Hosen und zwei Pistolen an der Seite daherkommt. Das ist die Haltung von vielen Frauen der Emanzipationsbewegung heutzutage. Sie haben die wundervollste Macht eingebüsst, die sie besitzen. Ihr seid Frauen, ich habt den Zaubertrank, mit dem ihr den Mann quälen könnt, nutzt ihn! Wenn ihr das über Bord schmeisst, seid ihr in echten Schwierigkeiten.

Devotee: Es muss ausbalanciert sein.

Guru: Es muss ausbalanciert sein. Männer mögen es nicht, ihre weiblichen Anteile zu zeigen, sie wollen immer zeigen, wie männlich sie sind, das ist ein Teil der Natur des Mannes. Mein Rat an alle Damen: Sagt ihm, was für ein wundervoller Mann er ist, aber seht seine weiche Seite und bringt sie zum schmelzen.

Devotee: Zum schmelzen?

Swami: Das ist eine sehr englische Redenart.

Guru: Ja, es ist eine Sanftheit im Mann angelegt, warum solltest du sie nicht bekommen wollen. Seht ihr, wenn ihr eine gute Balance in eurem Eheleben habt, und diese Balance zwischen Mann und Frau ist die, um die es hier geht, dann kannst du sehr erfolgreich in deinem spirituellen Leben sein, denn der eine vervollständigt den anderen. Der eine Teil ohne den anderen funktioniert einfach nicht gut.

Devotee: Wir haben einen grossen Anteil von Homosexuellen in unserer Gesamtgesellschaft. Glaubst du, dass diese Homosexualität auf eine Art der Spiritualität im Weg steht, weil man ferner davon, ist ein Familienleben zu führen? Denn normalerweise hat jemand seine Familie grosszuziehen – ich meine die Kinder, und danach kann man dann ein spirituelles Leben haben. Aber homosexuelle Personen, sie können eben keine Familie haben, sie haben keine Kinder, das ist so. Ist das eine Einschränkung, eine Limitierung hinsichtlich der spirituellen Entwicklung?

Guru: Nun, wir müssen versuchen den Menschen beizubringen, ihr schwieriges Leben zu meistern, wie man mit den Anforderungen der Sinne umgeht und wie sie zu beherrschen sind. Man muss den Menschen schon als Kinder beibringen, dass in ihnen eine Dualität existiert und das zum einem Zeitpunkt im Leben der eine Aspekt der Dualität mehr Ansprüche stellen wird als der andere.

Wir hängen ein Etikett an Menschen, die solche Gefühle haben, und entweder verurteilen wir sie dann, oder wir haben ein gewisses Mass an Verständnis. Verständnis bedeutet, zu sehen, dass die Gleichgewichte im Menschen ein bisschen verschoben sind und sich daher dieses Verlangen ausdrückt.

Zu Swami und mir kamen die hübschesten jungen Frauen aus Deutschland und wir unterhielten uns. Und sie waren sehr ehrlich zu uns und sagten: “Weisst du, meine Brüder wollten immer Mädchen sein und wir wollten Jungs sein, weil wir dachten, das wäre das Beste was passieren konnte, weil wir ein wunderbares Gefühl in uns hatten, bei der Vorstellung, Jungen sein zu können.“

Und dieser Wunsch existiert und manchmal trägt der Wunsch bis zu dem Punkt, an dem man eine sexuelle Interaktion mit dem gleichen Geschlecht hat. Aber Verständnis und Aufklärung ist wichtig und nicht Verurteilung. Ich mag es nicht, jemanden zu verurteilen.

Ich möchte den Hintergrund der Menschen sehen, ihr Leben betrachten, und da würde man feststellen, dass es in der frühen Jugend einige Abweichungen gab, ein Mangel an Liebe, oder die Mutter hat ihren Lebensstil auf den Sohn übertragen und der Sohn hat mehr weibliche Aspekte angenommen, weil er sich sehr an der Mutter orientiert hat.

Es gibt so viele psychologische Faktoren, die man mit bedenken muss. Und die Dysbalance der körpereigenen Hormone, die das Männliche oder Weiblichen ausmachen, das kann sehr schwierig sein, aber im Wesentlichen müssen wir Verständnis haben.

Es gibt keine Notwendigkeit, Menschen in Kategorien einzuordnen

Okay, und was ist mit den lesbischen Frauen oder überhaupt mit anderen Menschen, die andere Vorstellung im Leben verfolgen, willst du so rücksichtslos sein und ihnen die Existenzberechtigung entziehen und die Toleranz, weil du sie nicht magst?!

Dann, geht mal langsam dazu, über die ganze Welt, in exklusive Gruppen von Menschen einzugrenzen, die man mag oder nicht mag, und die man billigt oder missbilligt, und hier beginnt eine Menge Uneinigkeit mit sich selbst. Da müssen wir zu uns selbst sagen, du meine Güte, jetzt haben wir auch die Menschen, die Aids haben, aussortiert, wir werden sie in einem Camp in den Bergen isolieren, sodass keiner Zugang zu ihnen hat. Im nächsten Schritt sortierst du dann die Leute, die Tuberkulose haben, aus und bringst sie auf einen anderen Berg. Und wieder eine andere Gruppe, mit irgendeiner anderen Krankheit, auf den nächsten Berg.

Wenn du damit fertig bist, wirst du feststellen, dass es eine gefährliche Reise war, denn du hast die Menschen in verschiedene Kategorien eingeteilt und dich kein einziges Mal gefragt, was macht denn den Menschen, zu dem der er ist, aufgrund der Labilität seiner Natur. Der Mensch ist die ganze Zeit dabei, sich zu entwickeln, nichts ist permanent.

Und wenn du dich mit jemand zusammensetzt, der einen anderen Lebensstil hat, und ihn fragst: Bist du wirklich zufrieden mit deinem Leben? Da musst du kein homosexuelles Paar fragen, mehr und mehr kannst du irgendein verheiratetes Paar fragen: Bist du glücklich, ist es das, was du willst? „Nein, nein, ich will jetzt einen Partnerwechsel. Ich war zehn Jahre mit einem Partner zusammen, sieben oder zwölf Jahre und so weiter.

Swami und ich waren in den USA und haben zweihundert Personen in dem Zeitraum getroffen, fast eine Woche waren wir dort. Unglaublich, ich habe noch nie so verrückte Sachen gehört! Ich konnte es nicht glauben, dass es so einen kompletten Gegensatz zum Eheleben gibt, wie in den USA. Ich konnte es nicht fassen.

Diese unglaublich gutaussehende Frau kam, um mich zu sehen, sie war wirklich wunderschön, und sie hatte Fotos dabei, unter anderem von ihrer wundervollen Tochter, die genauso schön war wie sie. Sie war sehr reich und sie kam aus LA und lebte in Big Bear.

Und ich sagte zu ihr: Was kann ich tun? Sie sagte: „Nun ja, ich bin verheiratet und ich möchte meinen Mann verlassen. Ich sagte: “Oh wirklich, weswegen?“ „Ich habe einen anderen Mann gefunden, er hat mehr Geld und er wohnt ganz in meiner Nähe.“ Ich sagte: “Dürfte ich das Foto zuerst anschauen, und so gab sie mir zwei Fotos, und ich schaute sie mir nacheinander an. Und ich sagte: “Also das ist dein Ehemann und das ist dein Freund und du willst den einen jetzt für den anderen aufgeben.“ Und ich sagte: “Warum willst du dich von ihm trennen, er ist eine wunderbare Person, er hat einen sehr guten Charakter, er ist ein ausgesprochen guter Mensch. Und sie sagte: „Naja, er wird ein bisschen kahl. Ich möchte lieber einen Mann haben, der nicht kahl ist.“ Und ich sagte: ”Aber der Andere ist hässlicher als dein Ehemann.“

Und so ging unser Dialog hin und her, für eine Zeit lang. Und dann sagte sie: “Na gut, ich kann ja in der Mitte wohnen, mit meinem Mann rechter Hand, und meinem Freund auf der linken Seite.“ Ich schaute sie an, und dann auf das Foto ihrer Tochter, und fragte: „Und was ist mit ihr?“ Sie sagte: „Och, sie mag beide.” Und so dachte ich mir, okay das ist ein anderer, ein ganz anderer Lebensstil.

Ihr seht also, nicht nur ihr seid erzogen worden, sondern auch ich- und zwar auf die erstaunlichste Art und Weise.

Ich berichte euch noch von einem anderen, amüsanten Teil der Reise. Da geht es um zwei Frauen, die kamen, um mich zu sehen. Und die eine sagte: “Wir sind Lesben“. Ich sagte: “Gut.“ Sie sagte: „Aber meine Freundin möchte ein Baby.“ Ich sagte: ”Was?“ Ich sagte: ”Willst du mir jetzt wirklich erzählen, dass du mit deiner Freundin ein Kind bekommen willst?“ „Nein, nein, nein, sie hat einen Freund gefunden und ich möchte mich gerne um das Kind kümmern, wenn es geboren ist.“

Und ich sagte: ”Wirklich, das hast du entschieden? Hast du darüber mit deiner Freundin gesprochen?“ Ich kann euch sagen, ihr lieben, als Guru hat man sehr viel Unterhaltung. Da muss man einen Sinn für Humor haben und ich sagte zum Abschluss: “Besprich es mit deiner Freundin und dann wird sich die Lösung für das Problem schon finden.“


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