Tiere wie heilige Wesen behandeln

Devotee: Unter der Woche habe ich diverse Tibetanische Buddhisten kennengelernt. Ich habe an den Seminaren teilgenommen und ich schätze ihre Lehren sehr, aber niemand von ihnen war Vegetarier. Ich wundere mich, wie all diese Lamas durch die Welt reisen können, ohne den Menschen zu vermitteln, dass sie Vegetarier sein sollten? 

Was du sagst, macht Sinn. Nämlich, dass wir unseren Körper gesund erhalten sollten, damit Gott in ihn eintreten kann, aber sie machen weiter damit, schlechtes Essen in Zürich zu essen. Es gibt wirklich welche unter ihnen, die ich sehr schätze, aber sie essen einfach alle Fleisch und ich kann da nicht mitmachen. Hat das Fleisch denn keinen Effekt auf ihrer Geist? Vielleicht weil sie so spirituell sind?

Guru: Nun, lass mich dich mit auf eine Reise nach Tibet nehmen. Zum tibetischen Lebensstil, wo das Überleben unter den schwierigsten Umständen stattfindet. Gemüse wächst nicht in Tibet. Es muss nach Tibet importiert werden. Im Wintwer ist das Überleben ganz schwierig, es ist nur durch tierische Produkte möglich. 

Die Yaks sind die Hauptnahrung, Milch und so weiter, und wenn man einmal daran gewöhnt ist, wird es zum Bestandteil der Lebensweise. Ich bin nicht hier, um irgendeinen Lebensstil zu verurteilen. Ich bin hier, um euch dazu zu erziehen zu sagen: „Ich nehme, was an den tibetischen Klöstern gut ist und distanziere mich von dem, was gruslig und hässlich ist“.

Devotee: Nun, was mir aufgefallen ist, ist dass sie vor jeder Mahlzeit ein Gebet sprechen. Sie sagen: „Wenn ich das Essen segne, muss ich nicht darüber nachdenken, was drin ist.“

Swami: Es ist in etwa so wie bei den Eskimos, würde ich sagen, ich denke, sie haben nicht wirklich eine Wahl.

Guru: Ich sage euch, ich amüsiere mich immer, wenn ich Buddhisten sehe. Sie sagen „Schaut, was mir gespendet wurde. Ich kann nicht ablehnen. Ich muss es nehmen.“ Da bin ich sehr misstrauisch, wenn mir das gesagt wird. Ich möchte nicht derjenige sein, der dieser Person die nächste Mahlzeit offeriert. Die beste Mahlzeit für diese Person wäre ein Gin Tonic, da will ich mal sehen wie er das ablehnt. 

Fleischprodukte befeuern eure niedere Natur

Das buddhistische Mantra: „Surameraya-majia-pamadatthana“ bedeutet, dass man sich von giftigen Flüssigkeiten fern hält.

Also die Mahlzeit, die ihr einnehmt, das Fleisch, das ihr esst, ist auf eine Art ebenfalls Vergiftung. Es beeinflusst euer Gleichgewicht, eure gesamte Lebenseinstellung, eure Aggression. Wisst ihr, was das Lebensziel eines Mönches ist? Seine niedere Natur zu beherrschen, nicht sie zu füttern. Ihr füttert eure niedere Natur, wenn ihr Fleischwaren voll Adrenalin und Angst in euer System bringt.

Ihr versucht, den Lebensstil von Buddha zu imitieren und sagt zu euch selbst: „Ich will Buddha nacheifern und will alles Mögliche dafür tun. Aber das Wichtigste, das ich zu tun hätte, mache ich nicht, weil ich Hühnchen, Schweine und Rindfleisch gern esse.“ Diesen Kompromiss kann ich nur schwer akzeptieren, weil er eine Abwertung eurer spirituellen Werte ist. Ihr müsst sagen können: „Nein, in meinem Kloster will ich keine Fleischprodukte. Wenn ihr das essen wollt, so ist es euer Privileg.“

Wir verpflegen viele Leute, wie einige von euch wissen. Manche Mönche in der Gemeinschaft sind wie Spürhunde, und sobald Fleischprodukte in die Gemeinschaft gebracht werden, werden meine Spürhunde aktiv und lesen die Etiketten jedes Biskuits, und wenn tierische Produkte darin enthalten sind, kommen sie nie und nimmer ins Heiligtum. Sie werden konfisziert und wir finden Fleischfresser, die das essen, zum Beispiel unsere Hunde, und wir geben ihnen das.

Wir gestatten nicht, wie ihr wisst, dass irgendwelche Fleischprodukte nach Skanda Vale hineinkommen. Aber bitte, bitte, ich bitte euch: Ich schreibe keine Regeln für andere Klöster vor; was ich tue, ist zu versuchen, euch so zu erziehen, dass wenn ihr das nächste Mal zu dem tibetischen Kloster geht, ein privates Gespräch mit dem Lama habt, dann winkt ihm zu, flirtet mit ihm und macht ihn zu einem Vegetarier! (Gelächter)

Devotee: Und es gibt auch noch einen anderen Grund, kein Fleisch zu essen. „Du sollst nicht töten.“ 

Guru: Natürlich, es gibt einen neue Regel in Skanda Vale. Viele Menschen möchten zur Verehrung in den Mothers Temple kommen. Ich habe die Regel aufgestellt, dass sie die drei Tage vorher kein Fleisch gegessen haben dürfen, denn solange dauert es, bis der Körper diese Verunreinigung ausgeschieden hat. Das gesamte innere System muss gereinigt sein bevor man zur Verehrung in den Tempel kommt. Ein Mönch steht auf der Treppenstufe zum Eingang und sagt. „Wenn ihr seid drei Tagen kein Fleisch gegessen habt, mögt ihr zur Andacht hereinkommen.“ Ich fühle mich schrecklich unwohl, das so zu sagen, aber das ist meine Art zu sagen: „Also macht schon, hört auf. Wenn nicht, kommt ihr nicht hinein“.

Devotee: Ich habe eine Frage. Haben wir das Recht, ein Tier zu töten, wenn es sehr krank ist?

Guru: Kannst du mir etwas beantworten? Ist deine Mutter hier? 

Devotee: Nein, sie ist nicht hier.

Guru: Gottseidank! Was ich sagen will. Würdest du deine Mutter einschläfern lassen, wenn sie sehr krank und alt wäre?

Devotee: Nein.

Guru: Nein, würdest du nicht?

Devotee: Nein.

Tiere sind Teil der Familie in Skanda Vale  

Guru: Weil du sie so sehr liebst. Alle meine Tiere, alle unsere Tiere in Skanda Vale sind meine Brüder und Schwestern, meine Familie, und sie machen mir grosse Freude. Sie sind das Glück, mit dem wir aufwachsen. Kannst du dir vorstellen, dass ich, wenn sie mich am meisten brauchen…. Ich habe einen kleinen Hund, er ist jetzt zwölf Jahre alt. Er ist mein kleiner Sohn, und oh, er ist taub und total gaga! Und Velu, er kann nicht hören, woher ich komme.

Tatsache ist aber, dass er in meiner Aura und meinem Dunstkreis lebt und er ausgewachsen ist! Wenn er am Abend zu uns kommt, wo wir essen, ist die Atmosphäre faszinierend., und Swami sagt: „Kannst du ihm beibringen zu warten, bis wir unsere Mahlzeit eingenommen haben?“ Dann sage ich: „Ja, okay“ aber die Sache ist, dass er mein Kind ist. Er gehört zu meiner Familie, zum Göttlichen.

Und ich sage zu den Leuten „Oh was habt ihr für eine lange Reise gemacht, um zu werden, was ihr jetzt seid. Gebt ihm eine Chance und sagt „Leben, ich komme dir zu Hilfe auf deinem Entwicklungsweg“ und das ist die Partnerschaft, die wir zwischen uns und dem Leben aufbauen müssen.

Was für eine Freude muss es für euch sein, ein Tier zu sehen, das Hilfe braucht. Und unseren Veterinären ist zuletzt klar geworden, dass wir ihre Philosophie nicht teilen, nämlich „ein Tier einzuschläfern, das krank ist“.  Ihr schläfert es nicht ein; ihr tötet dieses Tier, wir müssen es so nennen. Ihr tötet ein Tier absichtlich. Ihr habt kein Recht, das zu tun.

Stattdessen pflegen wir die Tiere, und ich kann euch sagen, das ist so ein Privileg! Manchmal haben wir Kühe und Stiere, die wir lange gehalten und gepflegt haben, eine lange Zeit, und es ist teuer. Ja, wir geben das Geld für diese Tiere gerne aus. Manchmal haben sie beschädigte Gelenke und können nicht mehr stehen, also legen wir ihnen ein Geschirr an und drehen sie drei, vier Mal am Tag – grosse Tiere – und stellen sicher, dass sie angehoben werden, und wir füttern und pflegen sie. Das ist spirituelles Sadhana.

Spirituelles Sadhana bedeutet, alles Leben zu pflegen. Nicht nur Tiere, ebenso Menschen. Auf diese Weise tragen wir unsere karmische Schuld ab. Wir haben getötet, wir haben Unrecht getan, wir haben betrogen, wir sind von einem Lebenszyklus zum nächsten gekrochen. Und jetzt habt ihr die Gelegenheit, eure karmische Schuld zu bezahlen. Packt sie!

Und wenn ihr ein Tier habt, oder einfach ein leidendes Wesen, sagt „Komm, ich will für dich sorgen.“ Stellt euch nicht über ein Tier oder heiliges Leben. Alles Leben ist heilig. Wenn ihr anfängt, so zu denken, dann öffnet ihr das Fenster eures Herzens für den Herrn, dass er darin wohnen wird.

 


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