Haben wir ein Recht darauf zu sterben?

Devotee: Haben wir das Recht zu sterben?

Guru: Das Recht zu sterben? Das ist ein natürlicher Vorgang.

Devotee: Weil ich ein Kind habe, das schon über ein Jahr lang im Sterben liegt, aber die Medizin hält es am Leben. Verstehst du? Mit Infusionen. Und ich finde, das ist sehr traurig; man nimmt dem Kind das Recht zu sterben.

Guru: Lass es mich so herum sagen: Du bist das Baby, und du nimmst die Impulse der Pflegerinnen wahr, die dich pflegen und lieb mit dir sind, und du erhältst die Aufmerksamkeit, die nötig ist, für die paar Jahre, die du noch zu leben hast. Wenn du noch könntest, würdest du zur Pflegerin sagen: „Bitte stellt die Maschinen ab, ich möchte sterben“?

Devotee: Ja, würde ich.

Guru: Würdest du nicht, denn in dir drin hast du einen Überlebenswillen. Betrachten wir verschiedene Krankheiten, zum Beispiel Polio, wo stehen wir mit Polio heute? Es gibt Fortschritte. Und es ist möglich, dass eine Entdeckung gemacht wird, oder eine Arznei entwickelt wird, die für das Kind hilfreich wären. Jetzt denkst du, es ist im Nachteil.

Wir können zu Gott beten, dass er anderen hilft, sowohl bei der Geburt als auch im Sterben

Ich möchte jede Chance, für jedes Leben, aufrechterhalten. Und ich gebe dir diesen Rat: Wenn du ein solches Kind siehst, geh zu ihm, klatsche in die Hände und sag zur Göttlichen Mutter: „Mutter, Ich kann das vollständige Karma, mit dem dieses Kind geboren wurde, nicht verstehen. Bitte hilf diesem Kind. Du bist die beste Richterin, du kannst alles beurteilen. Ich bitte dich, hilf diesem Kind in Geburt und Tod“. Das ist die beste Lösung für das Problem. Ich bin immer wieder mit solchen Fällen konfrontiert.

Ich gebe nie auf. Ich gebe nie auf. Ich reisse die Waffen der Göttlichen Mutter an mich. Ich hatte Leute, die drei Monate lang beatmet wurden und die Ärzte überlegten sich gerade, abzuschalten, aber plötzlich entdeckten sie einen seltsamen Kerl in den walisischen Hügeln, von dem sie glaubten, dass er diesem Individuum helfen könnte, und sie kamen und sagten zu mir: „Guruji, kannst du diese Person retten?“ Und ich sagte: „Nein, das kann ich nicht. Ich will nur eines tun. Ich werde zur Göttlichen Mutter gehen und sie  fragen, was wir tun sollen, aber ich gehorche ihr ja sowieso.“

Wenn sie mir sagt, dass der junge Mann sterben müsse, dann möge die Beatmungsmaschine abgeschaltet werden. Dann werde ich dem Arzt diese Nachricht übermitteln und ihm sagen, abzuschalten, und das ist es dann. Aber ihr müsst das ausführen, was ich sage. Wenn ihr nicht wollt, stellt mir nicht eine solche Frage. Was ich dann mache: Ich schicke diese Person weg und sage, „komm in ein paar Tagen zurück, dann werde ich dir eine Antwort geben“. Und dann rede ich mit dem Göttlichen: „Bitte sage mir, was du mit diesem Patienten tun willst.“

Vertrauen in Gott ist der Imperativ

Ich bin nicht Gott. Gott gibt mir die Antwort und dann – und das ist der entscheidende Punkt – kommt die wunderbare Hingabe der Menschen, die Gott kennen. Die Mutter sagte „In drei Tagen werde ich diesem jungen Mann das Leben zurückgeben, aber du hast die Aufgabe, die Ärzte davon abzuhalten, die Maschine abzustellen. Gehe jetzt zu den Ärzten, die den Patienten drei Monate lang betreut haben und sage ihnen: „Ich will, dass die Beatmung noch drei weitere Tage aufrechterhalten wird.“ Einfach nur, weil ein verrückter Guru aus dem Hinterland sagt, dass er in drei Tagen zu Bewusstsein kommen wird. Versuch es.

Spirituell reifen

Das ist das göttliche Spiel. Das erzeugt das spirituelle Wachsen des Menschen – zu lernen, sich Gott zu überantworten. Und ich hatte die nicht eben beneidenswerte Aufgabe, neben dem Patienten zu sitzen und auf die Reaktion der Eltern zu warten. Sie gingen zu den Ärzten und sagten „Schaut, ihr müsst uns noch drei Tage geben, denn unser Guru sagt uns, die Maschine müsse noch drei weitere Tage angeschaltet bleiben.“ Und diese drei Tage waren ein wunderbares Drama in ihrem Leben, um zu lernen, spirituell zu wachsen, die Verantwortung an Gott zu übergeben. Aber auch für die selbstherrlichen Ärzte zu wissen, dass sie selbst nicht Gott sind, aber dass Gott existiert.

Und die Tage verstrichen, und am dritten Tag konnte man plötzlich eine Reaktion in den Augen des Patienten sehen. Und dann gibt der Arzt eine Mitteilung von sich und sagt: „Das ist nicht genug, das ist nur eine Reaktion nach einer so langen Behandlungsperiode“. Und dann geht man immer und immer wieder zum Göttlichen zurück. Bei jedem Schritt, den man macht, geht es dem Patienten langsam besser, und auch deine Kraft und Interaktion mit Gott nimmt zu, weil dies das Drama der spirituellen Entwicklung ist.

Du arbeitest für jemand anderen, und du arbeitest für Gott, und du musst die Leute überzeugen, dass das das Richtige ist. Und ich sage euch, der wunderbarste Augenblick ist, wenn die Ärzte plötzlich realisieren, dass das Unmögliche geschehen ist.

Ich ging zum Patienten und erkannte sein Karma, welches alles das erzeugt hat, und das ich nun mehr und mehr verändern will. Das ist die Freude daran, für Gott zu arbeiten und nicht für das eigene Ego. Es ist ein erstaunliches Drama.

Ich habe das schon so viele Mal erlebt, und es ist für mich zur zweiten Natur geworden, weil ich so leicht mit Gott Verbindung aufnehmen kann. Das ist es, was unseren Job ausmacht. Wir vertreten euch und wir sind euer Ratgeber. Ihr habt ein Problem und wir bringen es zum Göttlichen, aber wir müssen dem Willen Gottes gehorchen.


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