Können wir unser Karma überwinden?

Devotee: Ich habe eine Frage bezüglich Reinkarnation. Wir lernen, dass wir das Produkt unseres Erbes, unserer Umgebung und unserer Bildung sind und dass wir aber auch einen freien Willen haben. Wir lernen auch, dass es Reinkarnation gibt. Meine Frage ist also, welche Eigenschaften haben wir von unseren Vorfahren und Eltern, und was bringen wir aus unseren früheren Inkarnationen mit?  Guru: Nun, ich werde hier sehr sorgfältig antworten. Nehmen wir mein Leben als Beispiel:  In meiner letzten Inkarnation wurde ich in Indien geboren und hatte indische Eltern. Ich war ein Hindu, ich war ein Swami in Swami Ramakrishnas Orden, Swami Brahmananda. Ihr fragt mich jetzt vielleicht, wo ich dieses Mal geboren wurde. Ich bin in Sri Lanka geboren, in Grossbritannien aufgewachsen und jetzt bin ich in der Schweiz. Diese Vorstellung, dass man einem bestimmten Land angehören muss, um seine Traditionen weiter zu tragen, weil man jetzt dort geboren ist, ist nicht garantiert. Es hängt von deinem Karma ab.
Karma bedeutet die Ursachen und Wirkungen, die du in Gang setzt. Du hast aber auch den freien Willen, zu entscheiden, in welche Richtung du als Mensch gehst, ob du dich  positiv oder negativ ausrichten willst. Karma kontrolliert dein Leben. Wenn Karma dein Leben kontrolliert, könntest du mich fragen: "Wo ist da der freie Wille?" Freier Wille bedeutet, dass du zwischen dem wählen kannst, was positiv oder negativ ist. Du hast den freien Willen, dir selbst zu sagen: "Ich möchte nicht eine negative, sondern in eine positive Lebenseinstellung haben."  Du hast den freien Willen, dein Karma zu bezahlen und die Gnade und Hilfe des Göttlichen zu suchen. Nichts ist dauerhaft, sogar Karma ist vergänglich, weil das Göttliche die Knoten lösen kann, die wir von einem Geburtszyklus zum nächsten gebunden haben.
Jetzt werde ich im Detail erklären, worum es geht. Solange du ausserhalb der Gemeinschaft mit dem Herrn bist, des Gottes, den du kennst, wirst du vom Karma regiert. Deshalb sagte Christus: "Leide zu mir hin, komm zu mir, durch dein Leiden wirst du mich entdecken. Wenn ihr mich entdeckt habt, seid ihr befreit und werdet nicht unter den Konsequenzen eures Handelns leiden. Dir werden deine Sünden vergeben werden. Du wirst in diesem Leben nur befreit werden, wenn du dich ganz Gott hingibst." Das ist die "catch twenty two" Stelle. Wenn ihr euch nicht hingebt, werdet ihr vom Karma regiert. Du wirst deine Schulden bezahlen müssen. Darum sagen wir den Menschen. "Okay, du wirst Leiden müssen, du wirst die Konsequenzen deiner Handlungen erleiden müssen. Das Karma  wird durch die neun Planeten ausgedrückt. Die neun Planeten kontrollieren das Leben eines jeden Menschen und sie sind völlig ausserhalb von Gottes Kommando. Diese Regel ist ganz klar gegeben. Gott mischt sich da nicht ein, ob du nun mit blauen oder grünen Augen geboren wirst. Das Gesetz des Karmas entscheidet wie du geboren wirst und in welche Umstände hinein.  Das Gesetz sagt, welche Art von Eltern ihr haben werdet. Das Gesetz sagt, ob du erfolgreich sein wirst oder nicht und ob deine Eltern dir alles geben, was du im Leben brauchst und mehr. Das Gesetz regelt auch deine Geburt, deinen Tod, deine Heirat und alles andere. Das Göttliche kann die Knoten unserer Karmas entwirren Aber ihr habt die Möglichkeit, dem Gesetz zu sagen: "Ich weiss, dass ich ein seltsames Gefühl dazu habe,  wie mein Leben verläuft, und es gibt so viele Einflüsse, die ich ändern möchte, also wende ich mich zum Göttlichen hin."
Deshalb sagen wir, wenn jemand unter einem Problem leidet: "Mach dir keine Sorgen, komm, wir gehen zur Göttlichen Mutter und bitten sie, die Knoten zu lösen, die wir von einem Geburtszyklus zum anderen geknüpft haben und die uns die Folgen unseres Handelns erleiden lassen." 
Die Freiheit ist da, ihr trefft die Entscheidungen. Der Herr ist der stille Zeuge. Er ist Zeuge von allem, was wir tun, von allem, was wir tun wollen, und von allem, was wir anstreben, und letztlich leiden wir unter den Folgen unseres eigenen Handelns. Ich verstehe, wie patriotisch die Menschen sind. Nationalismus. Ich kann das verstehen. Wegen des Nationalismus haben wir die Tiger (die tamilischen Tiger) in Sri Lanka. Sie bringen sich gegenseitig um (die Tiger und die Singhalesen). Eines Tages traf ich einige von ihnen und sagte zu ihnen: "Freunde, wisst ihr, was ihr da tut? Ihr glaubt, dass ihr Tamilen seid, aber ich glaube nicht, dass ihr Tamilen seid. Durch eine Laune des Schicksals wurdet ihr als Tamilen geboren. Was garantiert euch, dass ihr auch in der nächsten Inkarnation als Tamilen geboren werden werdet? Ich garantiere euch, ihr werdet es nicht werden. Und gegen wen wirst du dann das nächste Mal kämpfen? Du wirst ein irischer Terrorist sein. Oder ein Terrorist aus dem Nahen Osten oder was auch immer. Ich erinnere mich, wie ich Swami nach Sri Lanka mitnahm. Als wir Sri Lanka betraten, sagte er: "Meine Güte Guru, ich gehöre hierher, ich kenne Sri Lanka. Ich fühle mich in Sri Lanka zu Hause, ich gehöre nicht nach Grossbritannien. Fragt ihn, wenn ihr ihn seht, wie er sich in Sri Lanka fühlt. In euren Adern pulsiert nicht nur ein Land, sondern die Erfahrung vieler Länder, vieler Religionen, vieler Hintergründe und vieler Verbindungen. Das ist es, was ich mitgebracht habe.  Ich möchte euch ein weiteres Beispiel für diese Erfahrung geben. Als ich zum ersten Mal Sri Lanka verliess, war ich auf dem Schiff und sah zu, wie unser Schiff davonfuhr und Sri Lanka in der Ferne verschwand. Ich war ein kleiner Junge, ein junger Mann, kein Junge, und ich sagte zu mir: "Jetzt werde ich erwachsen. Ich habe in meinem Leben noch nicht einmal ein Taschentuch gewaschen, jetzt aber muss ich meine ganze Einstellung ändern". Als ich mich umdrehte, sah ich den Kardinal von Sri Lanka neben mir stehen. Er sagte: "Mein Sohn, ich sehe, dass du dein Zuhause verlassen hast. Lass uns zusammenkommen und ein wenig plaudern." Das taten wir, und wir wurden gute Freunde, denn er verstand, was ich ihm sagen wollte. Als ich in den Vatikan ging, erklärte er sich bereit, mit mir nach Rom zu reisen. Eines Tages wollten wir das Kolosseum besuchen und alle Ruinen sehen. Wir waren zusammen und er sagte: "Wir besorgen uns einen Führer." Ich sagte: "Nein, ich werde dich durch das Kolosseum und Rom führen." Er sagte: "Aber du weisst doch gar nichts, du musst doch erstmal darüber gelesen haben." Ich sagte: "Nein, ich bin hier gewesen. Ich weiss, was in Rom zur Zeit Christi geschah. Ich war an einigen der Ereignisse hier beteiligt und ich werde Ihnen nach und nach alle Einzelheiten erzählen", aber das war zu viel für ihn.  Am Ende sah er mich an und sagte: "Du bist ein sehr seltsamer junger Mann." Ich sagte: "All das pulsiert in meinen Adern, ich weiss es." Ich bin jetzt kein Römer, sondern ein Sri Lanker, aber ich gehöre der Welt. Genau das ist das Problem. Der Nationalismus legt uns Scheuklappen an. Natürlich müsst ihr jetzt stolz auf euer Erbe sein. Ihr habt einen Hintergrund und schützt ihn. Das ist eure Pflicht. Es ist meine Pflicht, nicht nur Sri Lanka zu schützen, sondern die gesamte Menschheit, nicht nur eine bestimmte Nationalität. Meine Familie ist die universelle Familie. Ich bin hier, um das Beste in jeder Nation zu schützen. Liebe, Mitgefühl, Verständnis, Dienst am Leben. Das ist meine Aufgabe. Ich weiss, wie schwierig das ist.
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