Im Bewusstsein der Vergänglichkeit leben

Ich werde dieses Mal über das Tandava sprechen. Tandava bedeutet: Ich erschaffe, um zu erhalten, zu zerstören und wieder zu erschaffen. Viele Menschen wollen diesen Aspekt Gottes nicht betrachten. Es verängstigt sie einfach, dass es auch eine Auflösung gibt. Im Christentum redet man nicht über Gottes Zerstörung, sondern über seine Schöpfung. Aber schaut das Leben auf realistische Weise an. Legt euch keine Scheuklappen auf die Augen.

Wie der Frühling seinen Einzug hält, so wird auch der Sommer kommen und danach wird es einen Herbst und einen Winter geben. Dem Sommer wohnt sowohl der Herbst als auch der Winter inne. Im Frühling ist auch beides, sowohl Herbst als auch Winter enthalten, die Natur ist immer im Wandel.  Es ist die gesamte Schöpfung, in der alles im stetigen Wandel ist, sowohl in deinem Geist als auch in deinem Körper, in deinem Bewusstsein, in allem, was dein Leben umgibt. Ihr müsst euch klar darüber sein, dass dieses Element der Unbeständigkeit in allem existiert.

Wenn ihr euch darüber hinwegtäuscht, göttliche Freunde, wenn ihr glaubt, dass ihr permanent existiert, wenn ihr euch weiterhin darin täuscht, dass alles um euch herum permanent wäre, so werdet ihr in eurem Leben sehr enttäuscht werden..

Lebt im Bewusstsein der Unbeständigkeit. Wenn Gott kreiert, dann ist der Neubeginn eines Lebens sehr aufregend zu beobachten. In der Geburt gibt es das Element eines Neuanfangs, eine neue Geburt. Aber schon mit der Geburt beginnen im Leben dieser kleinen Kinder stetige Veränderungen.

Nichts ist von Dauer. Das Baby wird aufwachsen, und die Mutter sagt dann in fünf Jahren: „Oh, ich habe gar nicht gemerkt, dass er bald zur Schule gehen wird.“ Und wenn das Kind dann zur Schule geht, sagt die Mutter: „Oh, ich habe nichts zu tun, wir können jetzt noch ein Baby bekommen.“ Ganz wunderbar.

Genau das ist es, worin der stetige Wandel des Lebens besteht. Wenn ihr euch auf eure Reise begebt, heiratet und über Familienplanung sprecht, dann erkennt ihr noch nicht, dass die Familie sehr bald aufwachsen und das Nest verlassen wird. Und jedes Mal, wenn ihr daran denkt, sagt ihr euch: „Nein, nein, nein, ich werde das verdrängen. Sie sind doch meine kleinen Kinder. Sie werden meine kleinen Kinder bleiben, wenn sie 25 oder 40 Jahre alt sind, sind sie immer noch meine kleinen Kinder.“ 

Darin liegt das Problem von Müttern und Vätern. Sie sind alle meine Babys. Wenn ihr euch wundert, dass sie die kleinen Kinder ihrer Mütter sind, so seid ihr auch meine kleinen Kinder, denn ich sehe, wie ihr in dem Bewusstsein langsam aufwächst und euch entwickelt, und dann sage ich zu mir selber: „Ah, sie sind meine Kleinkinder, und ich möchte sehen, wie sie aus dem behütenden Nest fliegen, aber auf eine Weise, in welcher sie sich mit Gott identifizieren.“ Darin besteht die Reise. Ich sehe, dass es eine unglaubliche Reise ist. Dieses Drama spielt sich vor meinen Augen ab. Dieser Wandel, der auch in euch  stattfindet, hilft mir ständig zu realisieren, dass wir an euch arbeiten müssen, damit ihr in der Lage sein werdet, euch in diesem Leben ohne Angst mit Gott zu identifizieren. Ihr werdet euch mit Gott vereinen und seine Gnade erhalten. 

Bittet Gott um Shakti 

Wie könnt ihr die Gnade Gottes erhalten? Ich bin hier, um euch zu helfen, die Gnade Gottes zu bekommen. Alles ist Shakti. Shakti bedeutet Energie und Kraft. Shakti ist die Verkörperung Gottes. 

Shakti gab es schon vor der Verkörperung Gottes. Diese Kraft ist die Zusammensetzung aller Elemente, die ihr kennt und darüber hinaus. Mit anderen Worten ist die Krone Gottes von Millionen Sonnen umgeben. Er zieht alle Energien der Sterne und der Berge in sich hinein. Alles integriert sich in Gott. Wenn ihr eure spirituelle Reise beginnt, göttliche Freunde, dann beginnt ihr eine Beziehung mit Gott und erhaltet seine Shakti und seine Kraft, und ihr werdet nie alleine sein. Das ist die Kraft, die wir an die Menschen weitergeben, wenn wir ihnen Shakti geben.

Ihr müsst lernen, euch zu konzentrieren und direkt zum Göttlichen zu gehen und sagen:  „Jetzt möchte ich diese Energie von dir erhalten und sie durch mich an die Person weitergeben, die deine Gnade benötigt.“ Das ist, was ihr tun müsst. Ihr solltet in der Lage sein zu meditieren, euch zu konzentrieren.

Die Kraft der Meditation befähigt euch dazu, die Forderungen des Körpers und des Geistes zu transzendieren, um zu Gott gehen zu können. Eure Aufgabe ist es, der Kapitän eures Schiffes zu sein. Ihr könnt nicht der Kapitän eures Schiffes sein, wenn ihr euch nicht in jedem Moment bewusst darüber seid, welche Vibrationen ihr täglich in Bewegung setzt.

Ihr müsst so positiv sein, dass ihr zu Gott sagen könnt: „Ich bin hier – so wie ich bin – ich gebe nicht vor, jemand anders zu sein. Ich bin, wie ich bin und ich brauche deine Gnade. Ich brauche deine Kraft, dein Shakti, damit ich die Hindernisse überwinden kann, die auf dem Weg meiner spirituellen Entwicklung liegen.“

Ihr müsst mit dieses Bewusstsein entwickeln. Ihr könnt nicht darüber hinweggehen und etwas anderes vorgeben. Es gibt bestimmte Verirrungen, die ihr in eurem Leben in Bewegung gesetzt habt, die ihr nicht akzeptieren wollt. Stellt euch ihnen entgegen. Sorgt euch nicht. Wenn ihr denkt, dass es das letzte Mal gewesen ist, dass ihr zu viel gegessen habt und an Verdauungsproblemen gelitten habt, vergesst es. So wird es nicht sein. 

Ich sollte keine Sahne zu mir nehmen, weil ich sonst zu dick werde. Aber ich nehme Sahne zu mir, weil die Menschen sie mir anbieten, und ich kann ihr nicht widerstehen. Das Gleiche gilt für Schokolade. Ich schaue mir die Schokolade an, und meine Schränke sind mit Schokolade gefüllt, denn ich liebe Schokolade. Die Tatsache ist, dass unsere Arbeit darin besteht, unser Selbst zu beherrschen. Das Gleiche gilt für das Trinken, Essen, und auch für Sex. Ihr müsst alle diese Dinge beherrschen. Ich kann weder euer Leben leben, noch kann ich euch vorgeben, was ihr tun sollt. Ihr müsst selbst zu euch sagen: „Nein, das ist nicht für mich.“ 

„Okay, gelegentlich werde ich mich verwöhnen. Ich tue es einmal im Monat.“ Beginnt damit es einmal pro Monat zu tun und dann einmal alle zwei Monate.  Aber ihr seid die besten Richter. Skanda Vale am laufen zu halten ist keine Phantasievorstellung. Es ist eine wirkliche Herausforderung, in der Lage zu sein, mit der Kraft des Göttlichen zu arbeiten, ohne sich in Materialismus zu involvieren. 

Die Menschen sind verwundert, wenn sie nach Skanda Vale kommen. Was in den heiligen Schriften geschrieben steht, wird in Skanda Vale  gelebt und das seit über dreissig Jahren. Seit dreissig Jahren dienen wir den Pilgern in Skanda Vale. Wir kümmern uns um sie, und am Ende haben wir mehr zu tun, als wir eigentlich schaffen könnten. Warum passiert dies nur in Skanda Vale? Ihr müsst lernen, frei zu sein. Die Wunder, die Christus vollbrachte, waren keine Illusionen, sondern die Wirklichkeit, die er der Menschheit zeigte, und das sagte er auch. Ihr könnt dasselbe tun und viel mehr, wenn ihr an Gott glaubt. Er sagte: „Wenn ihr an mich glaubt“, weil ihr durch sein Beispiel und seine Disziplin eure eigene Göttlichkeit realisieren werdet. Ängstigt euch nicht.

Lernt, was Satyam heisst. Es bedeutet Wahrheit, die innere Wahrheit, die absolute Wahrheit. Damit ihr Gott anschauen und sagen könnt: „Gott, du hast mich erschaffen. Du weisst genau, was du mir als Mensch mitgegeben hast. Du kennst mein Wesen und meine Handlungen. Aber ich muss lernen, mich unter Kontrolle zu haben und mich auf dieser Reise zu perfektionieren. Bitte hilf mir, denn dafür brauche ich dein Shakti.“

Das ist es, worum es bei Meditation und Kontemplation geht. Zu kontemplieren und deine niedere Natur zu beherrschen. Die niedere Natur bedeutet, dass deine Sinne Forderungen stellen ohne das dein Geist involviert wird. Sagt: „Einen Moment mal, erlaube mir erstmal, diese Bedürfnisse genauer zu betrachten.“ 

Gib dem Intellekt ein Mitspracherecht bei den Bedürfnissen, die in dir entstehen. Untersuche sie, erkenne es für dich selbst und sage zu dir: „Brauche ich das hier wirklich?“ Geht einkaufen, aber wenn ihr einkaufen geht, nehmt euren Intellekt mit. Legt ihn nicht zu Hause in eine Schachtel, gebt ihm zu verstehen, was eure Forderungen sind. 

Wenn eure Augen etwas im Schaufenster sehen und ihr dann ganz ohne Grund in das Geschäft geht, weil ihr ursprünglich ja gar nicht die Absicht hattet etwas zu kaufen, dann wolltet ihr es vielleicht nur anschauen. Aber wenn ihr es anschaut, dann habt ihr es, schneller als ihr es realisieren könnt, schon gekauft. Dann bringt ihr es nach Hause, und es ist ein weiteres Objekt, das eine Weile im Schrank rum liegt. 

Auch für elektronische Geräte gebt ihr das Geld auf die gleiche Weise aus. Die technischen Spielereien liegen dann in eurem Haus herum. Wenn ihr nach Skanda Vale kommt, so werdet ihr euch wundern, weil wir keine solchen Apparate haben. Wir haben keinen Fernseher und all die anderen Sachen, die die Leute ansammeln. Wisst ihr, vor einiger Zeit gab mir jemand ein elektrisches Gerät, um damit Raucherstäbchen abzubrennen.

Das ist absolut irre. Anstatt Kohle zu benutzen, in welche man die Räucherstäbchen hineinlegt, benutzt man ein elektronisches Gerät. Ich sagte: „Ich werde es nicht benutzen, wir werden es einfach zur Auktion bringen. Es wird schon einen Verrückten geben, der es kaufen wird.“

Erhöhte Achtsamkeit ist es, was es braucht, wenn wir uns spirituell weiter entwickeln wollen.

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