Der Wandel im menschlichen Bewusstsein

Devotee: Du hast über Erdbeben und so weiter gesprochen. Hast du auch das Gefühl, dass die Menschen sich ändern werden? Kannst du uns etwas über diesen Wandel erzählen? Guru: Da wächst eine grössere Bewusstheit heran in den Menschen. Wir realisieren, dass wir unseren ganzen Lebensstil ändern müssen. Unsere Haltung zum Leben und zur Umwelt, die uns umgibt. Wenn wir kein ökologisches Bewusstsein entwickeln, und das Essen und die Ressourcen nicht bedacht genutzt werden, dann werden wir echte Probleme bekommen.  Das Essen, das angebaut wird, wird zunehmend natürlicher. Auf all dies wird in Europa nun grossen Wert gelegt. Mehr als je zuvor.  Aber da gibt es ein Problem: Europa verkauft all seine Chemikalien in Entwicklungsländer, um eben diesen Lebensstil dort aufzuheben. Wir wollen nicht, das diese Länder selber die technischen Fähigkeiten weiter entwickeln, um unabhängig von uns mehr Essen produzieren zu können. Das ist ein grosses Problem. Darüber müssen wir uns im Klaren sein und dürfen nicht aus den Augen verlieren, dass dieses Bewusstsein nicht nur in Europa, sondern global entwickelt werden muss. Das ist ein viel grösseres Problem, als uns klar ist. Ich schätze das, was du sagst und ja, ich würde es sehr gerne sehen , dass mehr und mehr Menschen bewusster und bedachter werden. Dann wird sich auch unser Verhalten ändern. Dass ist etwas, das mich zur Zeit sehr stört in Grossbritannien, dass die Achtlosigkeit so ausgeprägt ist. Es macht mich sehr traurig, wieviel Probleme wir dadurch haben. Ich verwende viel Zeit darauf, mit den Leuten zu reden und ihnen beizubringen, dass sie eine Verantwortung haben.    Wir haben da grosse Probleme, selbst bei uns im Ashram. Es kommen so viele Pilger zu uns. Die Wälder von Skandavale sind so heilig für uns, und an den Wochenenden siehst du dann manchmal junge Kerle, die Pflanzen oder auch Bäume ausreissen, umtreten und kaputt machen.   Diese Bäume brauchen ewig, um zu wachsen, und wir müssen das Bewusstsein dafür kultivieren, dass der Respekt dafür wichtig ist, was wir den Generationen, die nach uns kommen werden, hinterlassen. Das wird eine Menge Arbeit werden. Ich war sehr traurig, als mir jemand erzählt hat, dass wir vor ein paar Tagen eine Gruppe in Skanda Vale hatten, die einen ganze Menge Bäume unten am Fluss rausgerissen hat. Das ist einfach Vandalismus. Wie können wir diese Leute erziehen? Devotee: Denkst du, die Bewusstseinsveränderung wird durch Erziehung herbeigeführt werden? Guru: Ja, durch Erziehung. Devotee: Wir müssen versuchen, diese Veränderung zu fördern, dadurch, dass wir die Dinge sehen, wie sie sind und wir die Probleme als solche erkennen.   Guru: Wir sollten uns an der Schönheit der Natur erfreuen, anstatt sie zu zerstören. Ich denke, die Lehre an der Schule, muss sich verändern. Wir sollten nicht nur Wissen aus Büchern vermitteln und auswendig lernen. Es braucht ein anderes Buch, aus unserer Vergangenheit: Das Buch der angemessenen Verhaltensweisen. 
Kindern wird nicht beigebracht, welche Verantwortung sie gegenüber der Umwelt, die sie umgibt, haben und wie sie selbst zum Wohle der Gesellschaft beitragen können. Das muss Teil des Lehrplans werden, und auch in den Familien muss dies vermittelt werden. Die Familien müssen hier unbedingt Verantwortung übernehmen.
Die Familie trägt ab der Geburt die Verantwortung für die Erziehung des Kindes. Nach etwa vierzehn Jahren Kindheit schliesst sich das Zeitfenster, Einfluss zu nehmen auf dein Kind, denn sie wollen deine Meinung dann nicht mehr hören. Die Kinder werden darauf trainiert, sich inakzeptabel zu verhalten im gesellschaftlichen Rahmen, und darauf müssen wir aufmerksam machen.  
Die Familien müssen Zeit miteinander verbringen, übergebt eure Verantwortung nicht an den Fernseher. Wenn man das tut, muss man sich später auch nicht beschweren: "Mein Kind hört überhaupt nicht auf mich, es macht einfach, was es will und ich hab keine Ahnung was es macht."
Bitte, lasst mich euch nahebringen, dass das Familienleben ein gemeinschaftliches sein sollte, indem Mütter, Väter, Brüder und Schwestern sich miteinander austauschen, über ihre Probleme, und einander nicht dominieren. Es muss ein Vertrauen in die Liebe der Eltern zu ihren Kinder da sein können, damit sie kommen können und sagen: "Mama, was denkst du hier zu." Ihr müsst die Kraft und Fähigkeit dazu haben zu sagen: "Erzähl mir davon und wir tauschen uns aus." Lasst euch davon, oder vom Leben nicht aus der Fassung bringen. Am Ende geht es genau darum im Leben: Kinder aufzuziehen. Ihr müsst die Fähigkeit entwickeln, alles, was das Kind euch erzählt, anzunehmen und nicht schockiert zu sein, denn so ist das Leben. Euer Kind geht in die Schule und wird dort beeinflusst, von der Lebenseinstellung seiner Klassenkameraden, und das kann sowohl euer Kind als auch euch überraschen und schockieren. Euer Kind muss die Sicherheit haben, mit euch darüber reden zu können, ohne dass ihr schockiert seid.  Wenn ihr das nicht tut, wird sich euer Kind einsam fühlen. Es wird sich zurückziehen und im Stillen seinen Weg gehen und irgendwann seid ihr dann überrascht wenn jemand euch erzählt. "Oh, ich habe dein Kind gesehen, wie es dies oder jenes tat." Ihr sagt dann:" Wie bitte, das glaube ich nicht." Aber da müsst ihr euch gar nicht wundern. Ihr müsst in Kontakt mit eurem Kind bleiben.  Fangt damit früh an. Wir haben wunderbare Kinder da in Skanda Vale, es ist so schön, den Gesprächen zwischen Eltern und Kindern zu folgen und ich fördere das. Ich bestärke sie, denn ich möchte, dass sie ausdrücken können, was sie fühlen. Ich rate den Eltern immer, nicht überrascht zu sein von dem, was die Kinder sagen. Sie wiederholen, was sie in der Schule gehört haben. Ihr müsst auch die Kapazität haben, mit euren Kindern zu diskutieren und ihnen damit helfen.  Staucht sie nicht zusammen. "Schon wieder was Falsches gesagt." Ihr müsst vermitteln. "Du bist mein Kind, und was immer du mir erzählst, werde ich am Ende lachen können und sagen: Hauptsache du hast dir nicht selbst wehgetan, ich bin hier, um dir zu helfen." Das ist das Wichtigste. Wenn ich zu euch sagen würde: "Du kannst keinen spirituellen Weg verfolgen, wenn du nicht zuerst dies, das und jenes tust, usw. dann würdet ihr sagen. "Das ist nicht spirituell, das ist ein Gefängnis."
Ich möchte, dass ihr eure tiefsten Gedanken und Motivationen ergründet. Ich möchte, dass ihr eure Gefühle versteht. Aber gleichzeitig möchte ich euch ein bisschen einen Schubs in die Richtung der erweiterten Wahrnehmung geben, das ist meine Aufgabe.

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