Können wir uns weiter entwickeln, auch wenn wir der Spiritualität skeptisch gegenüber stehen?
Guru: Ihr wisst, ich liebe es, wenn ihr nach Skanda Vale kommt. Ihr braucht keine Einladung von mir. Kommt, verbringt Zeit bei uns. Gebt uns die Möglichkeit, uns zur Abwechslung um euch zu kümmern. Wir kochen für euch, verpflegen euch, geben euch Unterkunft, und das umsonst, und ihr entdeckt selber, dass wir euch einhüllen, mit dem, was Liebe genannt wird. Das ist, was ihr braucht.
Devotee: Du weisst, ich bin ein grosser Skeptiker, und ich bin ein Intellektueller. In meinem Kopf weiss ich, dass ich all diese praktischen Dinge regeln kann. Ich verstehe dich. Aber mein Problem ist, wie ich mehr Liebe entwickeln kann. Du sprichst viel über Liebe und für mich ist das…
Guru: Schwierig?
Devotee: Ich weiss nicht genau, was ich tun kann, um mehr zu lieben.
Guru: Ich bin auch ein grosser Skeptiker. Das macht uns zu zwei Skeptikern. Lass uns überlegen, was du mit deinem Leben getan hast. Lasst uns anschauen, was ich mit meinem Leben als Skeptiker getan habe.
Zum Beispiel, wenn mir jemand einen Kuchen gibt und sagt, dass er sehr lecker ist, dann sag ich: “Ach komm schon, ich habe schon so viele gute Kuchen in meinem Leben gegessen!” Und er sagt: “Oh nein, dass ist der beste Kuchen von allen.” Dann stecke ich meinen Finger rein und dann direkt in meinen Mund und sage: “Nicht übel, ich probiere noch ein Stück.”
Alle Philosophien sind dem Menschen in der Hoffnung gegeben, dass sie sie in ihrem Leben anwenden. Philosophien existieren aber manchmal, ohne dass die Leute sie selbst ausprobieren.
Wir müssen das Erlernte anwenden
Ich verspreche euch, dass ich alles, was ich hier in diesem Zimmer gesagt habe, selbst ausprobiert und erlebt habe. Ich habe die Göttlichkeit erfahren. Ich weiss, wovon ich rede, nichts davon ist mir auf einem Tablett gereicht worden.
Es ist auch so mit der göttlichen Präsenz in mir. Gott muss gedacht haben, dass er den grössten Hornochsen der Welt geschaffen hat, denn jedes Mal, wenn Gott mir erschien, zweifelte ich seine Gegenwart an. Ich zweifelte sie nicht nur an, sondern hinterfragte sie, bis die göttliche Mutter kam und mir Shakti gab und mich auf den Kopf stellte.
Ich mag Skepsis. Skepsis muss aber durch Versuche der Anwendung einiger Dinge gefolgt werden, die du als wahr erkannt hast. Weil der Geist sonst eine Blockade errichtet. Er benutzt Skepsis einfach, weil es zu viel Mühe bedeutet, das, was man als richtig erkannt hat, zu ändern und den Kurs des eigenen Schiffes aus den Gewohnheiten zu lenken. Diesen Kurs nicht zu ändern und beim gewohnten, unauffälligen und bequemen zu bleiben, mit der Begründung, skeptisch zu sein, reicht nicht aus.
Weisst du, eines Tages musst du dich davon trennen und das Schiff umdrehen. Lasst es uns jetzt zusammen tun. Verbringe Zeit mit uns. Finde für dich selbst heraus, ob ich viel Blödsinn geredet habe, oder ob ich die Dinge, die ich gesagt habe, nicht in meinem Leben anwende.
Es gibt keinen Zwang. Da ist kein Druck, dass du es tun musst. Wenn du es willst, dann ist es in Ordnung. Wenn nicht, dann ist es auch in Ordnung.
Meinst du nicht, dass ich aufgeregt bin, wenn auch ich einen Teil meines Lebens ändern kann? Durch diese Reise, die ich hierher gemacht habe, habe ich etwas gelernt. Ich könnte aus diesem Haus gehen und sagen: “Okay, alles gut, das wars, ich gehe.” Aber ich bin daran interessiert zu wissen, was du mit dir selber machen wirst, wenn ich gegangen bin. Was wirst du weiter in deinem Leben machen? Wie wirst du es anfangen, es gut zu machen, so dass dein Leben morgen besser sein wird? Das wünsche ich mir für dich, das du das tust.
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